Digital Denken

Ist ein papierloses Büro besser für die Umwelt? Eine Hochrechnung.

Frau schreibt in Block am Schreibtisch

Eine kurze Anmerkung vorweg: Wir werden im Folgenden ausschließlich stark gerundete Zahlen einsetzen, um den Überblick zu wahren. Außerdem soll das hier keine wissenschaftliche Arbeit werden, sondern nur Dimensionen verdeutlichen. 
Ein Beispiel gefällig? Ca. 8,15 Millionen Tonnen an grafischem Papier wurden 2017 in Deutschland produziert. Grafisches Papier ist das Papier, das für Kopien, Ausdrucke und Notizblöcke verwendet wird. Den Papierverbrauch für Verpackungsmaterialien und Hygienepapiere nehmen wir hier gar nicht auf. Etwa 4,4 Millionen Tonnen des grafischen Papiers wurden in Deutschland abgesetzt. 
Wir werden für unsere Hochrechnung im Folgenden von 4 Millionen Tonnen ausgehen. Denn allein das ist schon immens. Also:

Wie viel Papier verbraucht ein durchschnittlicher Deutscher pro Jahr?
244 Kilogramm pro Jahr und Kopf: Das ergibt die Hochrechnung des VDP, des Verbands deutscher Papierfabriken. Wenn wir nur die relevanten grafischen Papiere einbeziehen und – stark gerundet – von 80 Millionen Einwohnern ausgehen, kommen wir hier auf 50 Kilogramm pro Bürger. Also etwa das Gewicht eines Kühlschranks.

Wie viel Papier verbraucht ein durchschnittlicher Büromitarbeiter?
Rund 20 Millionen Arbeitnehmer arbeiten hierzulande in Büros. Tendenz? Weiter steigend. Wenn wir also unsere 50 kg Papier nehmen, kommen wir bei den Büromitarbeitern auf 12,5 Kilogramm Papier pro Kopf. Denken Sie daran: Hier geht es nur um grafisches Papier, also Ausdrucke und Kopien. 
Man rechnet, dass aus etwa 2,2 kg Holz 1 kg Papier gewonnen werden kann. Ergo: 18-20 Büromitarbeiter fällen pro Jahr gemeinsam einen über Jahre gewachsenen Baum.

Zwischenfazit 1: 

20 Millionen Büromitarbeiter verbrauchen pro Jahr grafisches Papier (für Kopien, Ausdrucke und Notizblöcke) im Gegenwert von 1.000.000 Bäumen. Eine ganze Million. Ist das bereits ein Problem? Wenn es keine nachhaltige Forstwirtschaft gäbe, wäre das vielleicht ein Problem. Aber auch kein akutes. Schauen wir also auf die Energiebilanz.

Die Energiebilanz eines papierbasierten Büros:
Gehen wir weiterhin von unserer Bürogemeinschaft von 20 Mitarbeitern aus, die sich von einer Million gefällten Bäumen nicht abschrecken lässt und weiterhin fleißig ausdruckt, abheftet, kopiert und versendet. Für sie alle zusammen fallen in der Papierindustrie folgende Werte zur Produktion von 250 kg Papier an:

  • Wasserverbrauch: 13.050 l
  • Energie-Verbrauch: 2.600 kWh
  • CO2-Emissionen: 265 kg CO2

Klingt erstmal wenig greifbar. Setzen wir diesen Verbrauch also ins Verhältnis. Unsere 20 Büromitarbeiter verbrauchen pro Jahr:

  • So viel Wasser wie 433 Duschgänge eines Erwachsenen
  • So viel Strom wie 29 Kühl-Gefrierkombinationen
  • So viel CO2 wie ein Kleinwagen auf einer Strecke von 1900 km

Und das nur für den Papierverbrauch im Büro.

Zwischenfazit 2:

Unsere 20 Büromitarbeiter könnten – mit 1 Person pro Auto – an jedem Arbeitstag des Jahres 250 m zum Imbiss zu fahren, dort Mittag essen und den Rückweg zur Arbeit antreten – sie würden dabei nicht mehr CO2 ausstoßen als beim Papierverbrauch. 250 m mit dem Auto zurücklegen klingt nicht sehr sinnvoll? Gleiches gilt auch für den Papierverbrauch.

Warum der Papierverbrauch in Büros unnötig ist:
Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem Auto. Noch vor 20 Jahren wurden selbst allerkürzeste Strecken selbstverständlich mit dem Auto zurücklegt. Erst als so langsam ein Umweltbewusstsein aufkam, blieb das Auto für solche Wege mehr und mehr stehen. Und noch mehr: Für den Arbeitsweg gründete man Fahrgemeinschaften oder stieg komplett auf den öffentlichen Nahverkehr um. Auch für weitere Strecken gab es mit Bus und Bahn komfortable, kostengünstige Alternativen, die gleichzeitig umweltschonender sind. Und für den Papierverbrauch heißt eine solche Alternative: Dokumentenmanagement.

Wie Dokumentenmanagement den Papierverbrauch senkt:
Dokumentenmanagement-Systeme helfen Ihnen dabei, alle papierbasierten Prozesse zu digitalisieren und Prozesse einzuführen, die – zum Beispiel bei der Rechnungsfreigabe – rein digital und damit ohne Ausdrucke funktionieren. Und das schont nicht nur Ressourcen, sondern auch die eigene Porto- und Büromaterialkasse.

Ein Dokumentenmanagement-System schafft also die Grundlage für ein papierloses Büro. Ob ein solches wirklich möglich ist und wie das erreicht werden kann, damit beschäftigen wir uns in einem der folgenden Beiträge.

Fazit:

Papierverbrauch in Büros heißt nicht nur, dass Bäume gefällt werden, sondern bedingt auch einen hohen CO2-Ausstoß sowie einen hohen Wasser- und Energieaufwand für die Herstellung. Unnötigerweise. Denn Dokumentenmanagement-Systeme helfen dabei, alle papierbasierten Prozesse zu digitalisieren und mit rein digitalen Workflows überall zu bearbeiten. Ausdrucke, Kopien, kostenintensives Büromaterial und Portokosten sind damit nicht mehr nötig.

Quellen:
www.vdp-online.de/fileadmin/Datensammlungen/Statistik/2017/D_Pressekonferenz_Zahlen_2017.pdf
www.wiwo.de/technologie/gadgets/ein-selbstversuch-der-holprige-weg-zum-papierlosen-buero/8090636.html
www.zeit.de/karriere/2015-06/papier-enerige-sparen-unternehmen
www.blauer-engel.de/sites/default/files/sidebar/downloads/oroverde-unterrichtsmaterialien.pdf
papiernetz.de/wp-content/uploads/Nachhaltigkeitsrechner_aktiv.pdf

Über den Autor:

Michael Bollig beschäftigt sich bereits seit 1986 mit dem Thema Dokumenten Management und gilt als Pionier in diesem Bereich. Er ist Begründer der DocuScan GmbH und seit 1999 als Geschäftsführer für die Bereiche Marketing und Vertrieb verantwortlich. Durch seine langjährige Erfahrung und seine ausgezeichneten Kontakte ist er einer der absoluten Experten auf seinem Gebiet.

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